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News - Freestyle EM 06 in Nottingham  
   

Die Stadt Nottingham im Herzen Englands ist weithin bekannt für die Legenden des Robin Hood und seinem Gefolge, die im Sherwood Forest den Reichen das Geld nahmen, um es - zumindest teilweise - wieder unter den Armen zu verteilen.
In der Woche vom 28. Juni bis 2. Juli stand dort aber vor allem der Fluss Trent und dessen Wildwasserkanal am Holme Pierrepont Point im Mittelpunkt, zu dem die besten Athleten aus 12 Nationen geladen wurden, um bei der Europameisterschaft im Kajak Freestyle die Farben Ihres Landes zu vertreten. In acht unterschiedlichen Kategorien sollten am Ende der Woche insgesamt 23 Medaillen vergeben werden.


Das deutsche Team zeigt Flagge

Schon vor der Eröffnungsfeier allerdings stand fest, dass es für die angereisten Wettkämpfer auf Grund der äußerst gewöhnungsbedürftigen und schlecht kontrollierbaren Wettkampfwalze sehr schwer werden würde, sich gegen die Lokalmatadoren aus England zu behaupten (angeblich sei von allen vier Walzen am Kanal der Wettkampfspot der schlechteste). Nichtsdestotrotz wollte sich keiner kampflos geschlagen geben, einzig der schottische Topfavorit Ed Smith konnte nicht zum Wettkamp antreten, da er sich im Vorfeld der Veranstaltung beim Training am Daumen verletzte.


Simon liebt uns alle :o)

Nach der Eröffnungsfeier am Mittwoch sorgten am Donnerstag und Freitag die Vorläufe aller Klassen für ersten kleinen Siege und Niederlagen. Vor allem die beiden 14 bzw. 16 jährigen deutschen Rookies Fiete und Felix Junge konnten trotz EM Debüt erstaunlich weit nach vorne paddeln und qualifizierten sich mit Platz 14 und 6 für die Viertelfinale am Samstag. Ebenso die Viertelfinalteilnahme im deutschen Team sicherten sich Markus Hummel sowohl in der Klasse C1 und K1, Marcus Hibl im OC1, bei den K1 Frauen Steffi Bank und Jutta Kaiser sowie Ansgar Linder und Simon Strohmeier bei den K1 Herren, letzterer überraschte allen voran sich selbst mit dem höchstem Score des gesamten Wettbewerbs.


Der EM-Spot, im Hintergrund die Judges

Obwohl natürlich in erster Linie die Wettkämpfe vor Ort im Mittelpunkt standen, sorgten vor allem die Fußball WM daheim und das für England eher untypische warme Wetter für packende Fußballspiele am Rande der Veranstaltung und boten ebenso die Möglichkeit zum Austausch und zur Zerstreuung wie die Partys und Videovorführungen, die jeden Abend im nahen Rugby Club veranstaltet wurden.


Das deutsche Camp

Natürlich ließ sich die Zeit nicht aufhalten und so folgten am Samstag unweigerlich die Viertel- und Halbfinale. Ebenso wie die Englische Fußballnationalmannschaft in Deutschland waren auch einige Athleten hier in Nottingham gezwungen das Tournier vorzeitig zu verlassen. Allen voran im Halbfinale der Kajak Herren mussten viele hochdotierte Fahrer wie die Locals Jon Best und Richard Chrimes, Holländer Casper Van Kalmthout oder Peter Csonka aus der Slowakei den schweren Wettkampfbedingungen Tribut zollen. Auch die beiden deutschen Junioren beendeten den Wettkampf mit einem respektablen 12. und 9. Platz.
Steffi Bank erreichte den 10. Platz. Immerhin konnten sich mit Marcus Hibl, Markus Hummel, Jutta Kaiser und Simon Strohmeier vier Deutsche für das Finale am Sonntag qualifizieren.


Markus wheelt sich ins Finale

Als erstes Finale mussten Sonntag früh die Open Canoe Piloten aufs Wasser. Den Titel des Europameisters erkämpfte sich hier verdient Jordi Domenjo vor David Bainbridge. Marcus Hilbl verteidigte solide seinen fünften Platz aus dem Halbfinale. Ohne deutsche Beteiligung wurde bei den K1 Juniorinnen die Holländerin Martina Wegmann und im Squirt Greg Nicks Europameister.


Jutta wirft vertikale Enden um sich und holt Bronze für Deutschland

Pech im Finale hatte leider Markus Hummel, dem in seinem Finallauf die Spritzdecke aufging. Dennoch erkämpfte er den 5. Platz. Noch einmal spannend wurde es bei den Frauen, da wider erwarten die amtierende Weltmeisterin Jutta Kaiser schon nach der zweiten Runde im Head to Head der Frauen ausschied, Bronze gewann, und so den Weg für den Sieg von Lowri Davies vor Lynsey Evans bereitete. Große Überraschungen zeigten sich auch im Finale der Herren, als der letzte verbliebene englische Titelaspirant James Bebbington schon auf Platz fünf ausschied, und der Franzose Mathieu Domoulin in seinem ersten Jahr in der Klasse der K1 Herren in einer knappen Entscheidung vor der deutschen Titelhoffnung Simon Strohmeier und dem Finnen Tuomas Kuronen den Europameister Titel errang.


Simon geht clean und scheitert nur knapp am EM Titel

Betrachtet man nun die Ergebnislisten und erstellt eine Bilanz, so geht England mit 12 von 23 Medaillen als klarer Sieger aus dieser Europameisterschaft hervor. Immerhin konnte das Deutsche Team mit vier Finalteilnehmern noch zwei Medaillen erringen. Weitere Podiumsplätze gingen an Frankreich, Holland, Spanien, Schweiz, Tschechien und Finnland.


K1 Herren Podest, von li nach re: Simon (Silber), Mathieu (Gold), Tuomas(Bronze)

Ähnlich wie nach der Fußball WM in Deutschland, kehrt nun auch nach dem EM Spektakel am Holme Pierrepont Point hoffentlich wieder etwas Ruhe ein in Nottingham und die Engländer können sich jetzt wieder auf deutlich wichtigere und traditionellere Dinge konzentrieren. Nottingham Castle, Robin Hood den Sherwood Forest und vor allem die Vorbereitung auf die nächste Fußball Weltmeisterschaft.


Die kompletten Ergebnisse, Photos und Berichte findet man unter:
www.ukfreestyle.com
www.eurokayakfreestyle.com

Text: Simon

 
 
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