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| News - Kajak-Freestyle Saisonauftakt in Graz | |||||
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Johann Strauss komponierte zu ehren von Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky und auf Grund dessen sagenhafter Erfolge im Dienste der Armee 1848 den Radetzkymarsch.
Ganz andere Klänge waren allerdings am 6.Juni unter der gleichnahmigen Brücke im Grazer Stadtzentrum zu hören. Der alljährliche Kajak Freestyle Wettkampf und das TEVA Pappbootrennen luden zum Kräftemessen in die steirische Hauptstadt. Die Radetzky Welle stand bei optimalem Bedingungen zur Verfügung und ermöglichte neben allen gängigen Wellentricks sogar zahlreiche Walzen-Manöver. 80 Freestyler aus Österreich, Deutschland, Slowenien, der Slowakei und Tschechien waren bereit hier anzutreten. Gespannt erwarteten vor allem die Deutschen Teilnehmer den Wettkampf auf der Mur, da die diesjährige Qualifikation der Nationalmannschaft zur Hälfte in Graz ausgefahren wurde.
Selten war das Starterfeld so dicht gedrängt, daher mussten Hausherr Daniel Herzig (AUT) und Stammgast Peter Csonka (SVK) am Samstag mit heftiger Konkurrenz aus Deutschland rechnen. In der Königsklasse der K1-Herren zeigte neben den »Wellen-Brüdern« Seppi und Simon Strohmeier auch der »wiederbelebte« Nico Langner, was Talent und Uganda-Traningscamp ausmachen können. Hinzu gesellte sich Markus Läppenen, der die kalten Wintermonate ebenfalls für den Wellenfeinschliff genutzt hatte und die Walzenfraktion um Daniel Krummreich, Martin Koll und Newcomer Philipp Vorbohle, demonstrierte, dass Walzentricks auch auf Wellen möglich sind. Der doppelt bewaffnete Markus Hummel (Kanadier und Kajak) ließ speziell im C1 keinen Zweifel aufkommen, dass er nach seinem Weltcup-Sieg 2008 in Augsburg nun mit dem WM-Titel liebäugelt.
Nun lag es an den 80 Freestylern aus fünf Nationen, den perfekten Rahmen mit einer spektakulären Show zu füllen:
Markus Hummel überragte bei den Stechpaddlern die Vorläufe bis hin zum Finale und musste sich erst dort dem »Bremgarten-Sieger« Philipp Hitzigrath geschlagen geben. Dieser konnte seine überragende Weltcup-Saison aus 2008 fortsetzen und verwies die Augsburger C1-Fahrer Johannes Holkenbrink, Toby Hüther und Fabian Krummreich auf die Plätze vier bis sechs. Überraschend Dritter wurde Sören Kohnert von der neuen »Erfolgs-Schmiede« KC Wiedenbrück.
Dank der hervorragenden Motivations- und Nachwuchsarbeit des Grazer Kanu Clubs gab es diesmal sogar bei den sonst eher spärlich besetzten Damen einen kleinen Teilnehmerrekord. 13 Mädels aus vier Nationen, darunter beachtliche sechs Österreicherinnen mischten in den Vorläufen mit. In der Endrunde zählte der beste von drei Läufen wobei sich der Kampf um den Sieg zwischen Halasova und Borovickova abspielte – am Ende blieb die Reihenfolge jedoch unverändert – Halasova siegte vor Borovickova und Schlott.
Dann endlich folgte der Löwen-Anteil der Freestyler in der Königsklasse der K1-Herren: Unglaubliche 46 Teilnehmer, darunter 17 deutsche Starter waren dem Aufruf zu Teil eins der WM-Qualifikation bis nach Graz gefolgt. Nach der Vorrunde verpasste Thomas Hinkel mit Platz 16 haarscharf den Sprung ins Halbfinale, mit ihm acht weitere Deutsche – übrig blieben acht Anwärter auf fünf Startplätze. So wurde im Halbfinale weiter gesiebt und das große Favoritensterben unter Vorbehalt einiger »Judging-Missverständnisse« folgte: Als 14ter verließ Markus Hummel den Kajakzirkus und konnte sich voll auf seine Aufgabe im Kanadier konzentrieren. Markus Läppenen folgte auf Rang 12, Daniel Krummreich auf 9 und die Mitfavoriten Nico Langner und Seppi Strohmeier auf den Plätzen 7 und 6. Der überraschende Sprung ins große Finale gelang damit den »jungen Wilden« Philipp Vorbohle vom KC Wiedenbrück und Martin Koll vom Augsburger Kajakverein auf den Rängen 5 und 4.
Jetzt wurden die Karten neu gemischt: Peter Csonka und Lokalmatador Daniel Herzig wechselten sich an der Spitze mit den spektakulärsten Läufen des Tages ab – Der Highscore lag bei 2110 Punkten, also über 1000 Punkten pro Lauf, im Finale zählte schließlich der beste Lauf von Dreien. Simon Strohmeier konnte nicht ganz an die Klasse der beiden Ersten heranfahren, ließ aber auch nichts anbrennen, sodass sein dritter Rang für die beiden Newcomer unerreichbar blieb.
Hausherr Daniel Herzig zeigte vor heimischem Publikum ein wahres Feuerwerk an Figuren mit Höchstschwierigkeit, das ihm den entscheidenden Vorsprung vor Csonkas Präzisions-Läufen und den Sieg in der Königsklasse verschaffte.
Paddelspaß zum Selberbasteln gab's in Graz beim TEVA-Pappbootrennen. Eigentlich als Pausen-Event während der Mittagszeit geplant, rückte der Start ob der großen Teilnehmerzahl beim Rodeo immer weiter in den Nachmittag. Die lange Konstruktionszeit nutzten die Teams ideal, um ihre kreativen Konstruktionen maximal schwimmfähig zu machen.
16 ausgesprochen kreative und größtenteils auch stabile Pappkähne schipperten schließlich die Mur hinunter. Zu sehen gab's verzweifelte Untergänge ebenso wie heldenhafte Surfs.
Das Publikum auf und unter der Radetzky-Brücke belohnte beides mit reichlich Applaus, wobei das Siegerteam mit einer Surfzeit von beinahe 20 Sekunden wahre Begeisterungsstürme für sich verbuchen konnte. Die nächste Gelegenheit bei einem TEVA-Pappbootrennen mit dabei zu sein gibt's am kommenden Donnerstag an der Bregenzer Ache.
Samstagabend verputzte die hungrige Paddler-Meute die Gutscheine in Form von Spagetthi im »Gösser-Schankhaus« und freute sich über viele nützliche Sachpreise bei der Tombola. Die Wilde Partynacht bleibt subjektiven Eindrücken vorbehalten, aber eines ist sicher: Graz-Rodeos machen wirklich Spaß. Nur wenige Freestyle-Events können in Sachen Organisation, Anmeldegebühr, Spot, Preisgeld und Tombola mithalten. Danke an den KC Graz für ein tolles Freestyle-Wochenende! Text: Martin Koll, Simon Strohmeier |
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