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News - Cascata delle Marmore - einmal Sommer und zurück  
   

Unerhört laut rasselt der Motor des alten Wohnmobils. Wir sind auf der A1 mitten in Italien auf dem Weg nach Hause und stehen im Stau. In Bologna, vor der Wohnung von Michele Ramazza steht der Mietwagen, mit dem ich nach München fahren werde. Schon am Brennerpass beginnt es zu nieseln, das Außenthermometer zeigt 8 Grad Celsius und mit der gleichen Härte, mit der mich die Kälte in Shorts und T-Shirt beim Tanken trifft, kommt auch die Gewissheit, dass der kurze Ausflug in den Sommer spätestens hier ein Ende hat.

Das Wildwasserrennen im Herzen Italiens, etwa eine Stunde von Rom entfernt, kennt hierzulande kaum jemand. Auch die Informationen, die sich im Internet finden lassen, sind eher spärlich und ausschließlich in italienischer Sprache. Lediglich Gerüchte von wilden Marmorschluchten vor den Toren Roms fanden den Weg bis ins Bayerische Nussdorf, von wo aus ich mich am Freitag, den 27.10. aufmachte, um bewaffnet mit dem neuen Creekboot ‚Habitat' von Wavesport und Promo-Material der Firma Blue and White dem Ruf des Italieners Michele Ramazza zu folgen und unter den Wasserfällen der Cascata delle Marmore das Wildwasser des umbrischen Apennins kennen zu lernen.

Der Abschnitt des Rennens befindet sich nahe Terni unterhalb der Cascata delle Marmore, an denen der Fluss ‚Nera' mehr als hundert Meter in die Tiefe stürzt. Die Fälle, gelten in der Region als Touristenattraktion und garantieren so an Wochenenden zwei mal täglich für paddelbare Wasserstände in der flußab gelegenen Schlucht.


Die Cascata delle Marmore


Die letzten zwei Fälle sind theoretisch Fahrbar (12m + 10m)

Die komplette Strecke liegt etwa im WW III Bereich mit einer Stelle IV, die sich in Schluchtmitte befindet und den Auftakt der Rennstrecke bildet. Da der Abschnitt meist trocken liegt, war es für die dortige Raftbase ein leichtes alle gefährlichen Unterspülungen und Syphone durch Holzbarrieren zu versperren, um die WW Strecke auch kommerziell sicher nutzen zu können.


Die Schlüsselstelle gleich nach dem Start ohne Wasser


Einbauten blockieren die gefährlichen Stellen

Landschaftlich toll sind nicht nur die Wasserfälle, es beeindruckt auch die urwaldartige Vegetation, die sich oberhalb der Niederklammen weit über den Bach neigt und die Felsen, die an einer Stelle den Fluss sogar komplett überbrücken, dunkel grün leuchten lassen.


Michele im oberen Teil der Schlucht

Das Rennen selbst ist sowohl Teil der Coppa Italia (Reihe Italienischer Wildwasserrennen) als auch der Italienischen Meisterschaft und wird deswegen von den Konkurrenten entsprechend ernst genommen. Viele der über hundert gemeldeten Teilnehmer waren schon Freitags vor Ort, um rechtzeitig die Strecke zu inspizieren und die schnellste Linie zu trainieren. Die kleinen Katarakte zwischen Start- und Ziellinie werden durch viele Pools und Flachwasserstücke durchbrochen, weshalb schon vor dem Rennen feststand, dass nur die schnellsten Boote hier auf den vorderen Plätzen landen werden. Entsprechend groß war auch das Interesse um Favorit Ramazza, der mit dem einzigen in Europa vorhandenen Habitat beim Rennen auftauchte.


Reges Medieninteresse

Schließlich reichte es zwar für Michele um wenige Zehntel Sekunden nicht für den Sieg im Einzelrennen, den sich Thomas Waldner aus Meran sichern konnte, dafür aber für den Gesamtsieg der Coppa Italia und dem Gewinn des Team-Rennens zusammen mit Bastiano Mich und Francesco Salvato.

Entweder aus Karitativem Mitgefühl, Mitleid oder dem Versuch die Siegerehrung länger zu gestalten, wurden die Preise in unendlich vielen Kategorien vergeben. Aus diesem Grund durfte ich für zwei teilgenommene Rennen drei Pokale und zwei Medaillen, drei Taschenmesser und zwei Tüten mit leistungssteigernden Präparaten mit nach Hause tragen (3. Platz Teamrennen, 3. Platz Coppa Italia Auslandswertung, 1. Platz Einzelrennen Auslandswertung).


Siegerehrung zum Italien Cup

Alleine deshalb rentierte sich die dreizehnstündige Heimfahrt zwar noch nicht, aber 28 Grad während zu Hause schon die Bergspitzen weiß leuchten, eine tolle Atmosphäre auch noch nach dem Rennen und die Bauchtänzerinnen am Samstag Abend sind auf jeden Fall eine Reise wert.


In der Kernstelle gleich nach dem Start


Die Schlüsselstelle ließ das Teamrennen wie einen BoaterX aussehen

Ergebnisse und Infos unter:
www.acquaviva.org/coppaitalia/classifica.htm
www.hicsuntkayak.it

Bericht und Bilder: Simon

 
 
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