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News - Festival of the Freestyle, Nottingham  
   

„You are invited to the Festival of Freestyle Pro Masters Competition!” So der Betreff einer Email, die Mitte Juli in meinem Posteingang landete. Beim Festival of Freestyle handelt es sich um einen Kajak Event in Nottingham, der ein umfangreiches Programm wie Coaching und Wettkampf speziell für Jugendliche, sowie einen Boater Cross und Freestyle Wettbewerb für alle Könnensklassen verspricht. Unmittelbar nach dem Weltcup Finale in Thun anberaumt und von Genf aus günstig und schnell mit Easyjet erreichbar, liegt die Veranstaltung für mich praktisch auf dem Weg zurück nach Lyon, wo ich immer noch mein Auslandspraktikum absolviere. Also Flug gebucht und angemeldet.

Am 1. September ist es dann soweit. Der Weltcup in Thun ist vorbei und ich packe meine Sachen, mache mich auf den Weg nach Genf, springe in den Flieger und verlasse damit das sonnig warme Wetter der Schweiz um mich dem windig kalten Nieselregen Englands auszusetzten. Der Event findet auf dem künstlichen Wildwasser Kanal Holme Pierrepont statt und um mich ein wenig auf den Spot einzufahren reise ich bereits 4 Tage vor dem Event an und richte es mir auf dem nahegelegenen Campingplatz gemütlich ein. Mit der Gemütlichkeit hat es allerdings bald ein Ende, denn der unangenehme Regen will einfach kein Ende nehmen.

Am Wochenende steigt dann endlich der Event. Doch auf Grund der starken und beinahe ununterbrochenen Regenfälle der Vortage ist der Wasserstand des Wildwasserkanals stark angestiegen. Dies hat zur Folge, dass sich die ohnehin schon grenzwertige Wasserqualität durch Einschwemmungen vom Ufer noch weiter verschlechtert, so dass die Veranstalter ausdrücklich davon abraten, am Event teilzunehmen (natürlich machen trotzdem alle mit).

Ausserdem ist die Walze, an der der Wettkampf ursprünglich stattfinden sollte, durch den hohen Pegelstand kaum mehr vorhanden und der Event wird kurzfrist flussauf ins Inlet Gate verlegt.

Beim Inlet Gate handelt es sich um die Eingangswalze der Wildwasserstrecke. Auf Grund des gutmütigen Charatkers der Walze sind hier praktisch sämtliche Figuren möglich und das Niveau der Läufe ist entsprechend hoch. Vorläufe, Halbfinale und Finale werden alle an einem Tag ausgetragen und entsprechend eng ist das Programm.

Während ich nach den Vorläufen auf dem 3. Platz gelandet bin, kann ich mich im Halbfinale hinter Lokalmatador James Bebbington auf den 2. vorschieben.

Noch am Abend kommt es dann zum Finale der besten 5. Hierbei ist das Niveau an Figuren und Punkten derart hoch wie in noch keinem anderen europäischen Event dieses Jahr. Es werden Highscore Figuren wie am Fließband aneinandergereiht und sogar Combo Moves wie Tricky Woo into McNasty und Lunar Orbit into Tricky Woo gezeigt.



Am Ende kann ich die Läufe aus den vorherigen Runden nicht mehr toppen, während die Britischen Locals, die hier seit Jahren am Wildwasserkanal trainieren, ihren Heimvorteil ausspielen und noch ein paar Punkte mehr ergattern können.

Gleich im Anschluß findet dann die Siegerehrung im nahe gelegenen Rowing Club statt. Organisator Jim Evans hat sich dabei etwas besonderes für mich ausgedacht: eine Flasche Cola als Medizin gegen das dreckige Wasser und einen Schirm gegen das Dauerregenwetter hier in Nottingham. Passendere Preise hätten sie für mich nicht auftreiben können!

Tags darauf macht der Regen über lange Strecken auch mal Pause. Trotzdem haben die umliegenden Flüsse allesamt Hochwasser und wir machen uns mit pfeilschnellen Surfkajaks zur Trent Lock Welle auf, die nur ganz selten bei wirklich viel Wasser läuft. Kurz bevor mein Flug wieder zurück ins schöne Genf geht, kehren wir traditionel zu Fish and Chips ein, um nach dem schlechten Wetter auch ja nicht das Klischee der gewöhnungsbedürftigen englischen Küche auszulassen.

Text: Seppi
Photos: John Turner, Rob Edgar

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