Der Russel Fork River in Kentucky markiert unser erstes Mal paddeln auf richtigem Wildwasser. Am Samstag den 23. Oktober findet hier das “Lord of the Fork” Wildwasser Rennen statt. Mit unseren Creekbooten ausgestattet machen Anne und ich uns am Freitag auf die etwa 6 stuendige Fahrt von Asheville, NC nach Elkhorn City, gleich hinter der Grenze von Kentucky.
Der Russel Fork River ist einer der beliebten “dam release” Klassiker im Southeast, die an bestimmten Tagen genuegen Wasserablass fuer optimale Kajakbefahrungen garantieren. Und so verwandelt sich auch am Samstag Mittag das beinahe trockene Bachbett von einer Minute auf die andere in einen maechtigen Fluss mit 1100 cfs Durchfluss. Da das Rennen erst um 3 Nachmittags startet bleibt uns gerade noch genuegend Zeit fuer zwei kurze Trainingslaeufe auf der als Wildwasser V klassifizierten Rennstrecke.

Wie bei Wildwasser Extremrennen in den USA ueblich gibt es auch beim Lord of the Fork eine Long Boat und Short Boat Klasse. Waehrend gewoehnliche Creekboote in die Short Boat Kategorie fallen, so ist bei den Long Boatern so ziemlich alles erlaubt. Die erfolgsversprechendsten Waffen derzeit sind der Liquid Logic Stinger, Dagger Green, Wave Sport Momentum und Prijon Tornado – allesamt mit Laengen von bis zu 4 Metern.
Gerade noch rechtzeitig zum Start schaffen es Anne und ich zum grossen Pool vor dem Beginn der Rennstrecke. Auf den folgenden 7 Rapids verlaeuft die schnellste Linie ueber wuchtige Walzen hinweg, durch ein Labyrint von Felsbloecken, ueber steile Rutschen und verwinkelte Stufen. Etwa 7 bis 8 Minuten dauert der kraftraubende Ritt. Als eine der letzten Paddler im Wartepool gehen Anne und ich in der Short Boat Klasse an den Start. Und trotz der kurzen Trainingszeit hatten wir uns die Rennlinie gut eingeprägt.

Auf Grund der nur 30 sekuendigen Startabstaende kann ich sogar zwei der vor mir startenden Paddler ueberholen und nahe an den Dritten herankommen. Mit den letzten Kraftreserven aber hochzufieden mit meinem Lauf schaffe ich es unter den Anfeuerungsrufen der wartenden Paddler ins Ziel.
Zurueck am Ausstieg steigt schon kurz darauf die Siegerehrung mit anschliessender Party. Gesamtsieger im Long Boat wird der Neuseelaender Mike Dawson mit einer gewaltigen Zeit von 6:29, ganze 18 Sekunden vor Wave Sport Team Paddler Bryan Kirk. Die schnellste Zeit in der Shortboatklasse kann ich mit einer Zeit von 7:24 verbuchen, Anne wird drittschnellste bei den Damen und beste weibliche Starterin im Short Boat mit 7:59.

Nach einer kurzen Nacht am Ausstieg des Russel Fork verbringen wir den darauf folgenden Tag noch mit weiteren Befahrungen und machen uns schliesslich erschoepft aber zufrieden auf den Weg zurueck nach Asheville zum Green River.
Gesamtergebnisse: http://worldkayakblogs.com/throwdown/2010/10/25/2010-lord-of-the-fork-race-results/
Bericht und Bilder: Seppi Strohmeier |