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| News - TEVA Tour update 3 | |||||
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Es ist Tag 7 der TEVA Tour und weil sich das Wetter wieder etwas stabilisiert hat beschließen wir, noch einige Zeit auf dem kleinen Campingplatz am Vorderrhein zu verbringen und die Bäche der näheren Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit Ron und Beat als Schweizer Locals haben wir auch die perfekten Guides mit an Bord. Zunächst einmal geht’s auf den Medelsbach, einen Nebenfluss des Vorderrhein, der vor allem durch seine kniffligen Grundgesteinsstufen unmittelbar am Einstieg Paddlerherzen höher schlagen lässt.
Am Folgetag, dem 8. seit Tourbeginn, kann das Team einen riesen Erfolg verbuchen. Wir nehmen uns den nahe gelegenen Valserrhein vor und teilen uns in zwei Gruppen auf. Während die erste Gruppe, zu der auch ich gehöre, den Oberen Valserrhein befährt, wollen sich Pat Keller und Sam Sutton an der Erstbefahrung des 25 Meter Wasserfalls am Ende des oberen Abschnitts versuchen. Das restliche Team kümmert sich um die Sicherung für Pat und Sam.
In der zweiten Gruppe entschließen sich Pat und Sam nach 4-stündiger Besichtigung des 25 Meter Wasserfalls tatsächlich zu einer Befahrung. Die Schwierigkeit liegt hierbei nicht nur in der gewaltigen Höhe des Falls, die bei einem Fahrfehler gravierende Konsequenzen haben könnte. Auch ist die Einfahrt in den Fall nicht zu unterschätzen, da ein Felsen in der Mitte und mehrere wuchtige Strömungsverschneidungen kurz vor der Abbruchkante ein Treffen der Ideallinie extrem schwierig machen. Pat fährt zuerst, verschwindet völlig im Wasserstrahl des Falls und wird beim harten Aufprall halb aus dem Boot geschleudert. Glücklicherweise ist er völlig unversehrt und schwimmt mit Boot und Paddel ans Ufer. Dann kommt Sam. Er erwischt die Einfahrt wie geplant, kommt über die Abbruchkante und ist noch kurz zu sehen, bis auch er im Wasserstrahl verschwindet und einen Wimperschlag später im Pool auftaucht. Obwohl Sam’s Spritzdecke durch die Kompression beim Aufprall aufpoppt sitz der noch im Boot und kann problemlos ans Ufer paddeln.
Allerdings wurde sein Oberkörper bei der Landung gegen das Vorderschiff des Kajaks geschleudert, wobei er sich mit den Zähnen die Lippe aufgeschlagen hat und nun kurz zum Nähen ins Krankenhaus muss. Trotzdem ist er sich sicher dass es die Erstbefahrung dieses gewaltigen Wasserfalls definitiv wert war.
Es ist TEVA Tour Tag Nummer 9 und wir finden, dass wir uns nach dem ereignisreichen Vortag eine kleine Verschnaufpause verdient haben. Außerdem wird es langsam Zeit, ins österreichische Bregenz weiter zu ziehen, wo am 10. und letzten offiziellen Tour Tag die Bregenzer Ache auf dem Programm steht. Wir beschließen, auf dem Weg dorthin dem Schwimmbad in Chur einen Besuch abzustatten und im Whirlpool einmal so richtig zu entspannen. Anschließend geht’s weiter nach Bregenz, wo wir unser Camp am Raftbase High 5 aufschlagen, welches auch gleichzeitig als Eventlocation für den Bregiablass am nächsten Tag fungiert.
Und weil wir den ganzen Tourverlauf über bisher kaum zum Spielbootfahren gekommen sind und München von Bregenz nun nicht mehr all zu weit entfernt ist, finden sich doch tatsächlich ein paar Leute, die noch schnell am Abend auf die Eisbachwelle in München fahren und gleich danach wieder zurückkommen wollen. Also packen wir zwei der VW Busse voll mit Spielbooten, Paddlern und Kameraausrüstung und schon geht’s los in Richtung Heimat. Die Eisbachwelle am Rande des Englischen Gartens ist besonders für ihre starke Surferpräsenz unter Tags bekannt. Also kommen wir erst gegen Abend bei Einbruch der Dunkelheit und nachdem Fotograph Thilo Brunner seine beeindruckende Blitzanlage aus der Trickkiste zaubert, bereitet uns auch die nächtliche Finsternis überhaupt keine Schwierigkeiten. Die schönen Bilder zeigen jedenfalls, dass sich die spontane Aktion auf jeden Fall rentiert hat.
Fronleichnam ist Bregiablass. Die Durchflussmenge der Bregenzer Ache, die normalerweise kraftwerksbedingt nur wenige Kubik beträgt, wird an diesem einen Tag im Jahr auf 15m³/s erhöht. Scharenweise reisen Kajakfahrer aus allen Himmelsrichtung zu diesem Ereignis an, um die seltene Befahrungsmöglichkeit nicht zu verpassen. Außerdem organisieren Kanumagazin und Tatonka ein unterhaltsames Programm mit Pappbootrennen, Freibier Ausschank und Filmvorführungen für die ganze Paddlergemeinde. Diesen Event an der Bregenzer Ache hat sich die TEVA Tour am 10. Tag als offiziellen Abschluss ausgesucht. Nachdem Sam morgens Pfannkuchen neuseeländischer Art für das ganze Team gebacken hat, begeben wir uns zum Einstieg der Bregi, um eine letzte kollektive Teambefahrung zu unternehmen. Die Wehrstufe gleich am Anfang wird vom ganzen Team synkron gefreewheelt. Das heißt: alle Paddler aus unserer Gruppe postieren sich einer nach dem anderen in einer Reihe über die ganze Flussbreite und befahren den kleinen Fall mit einer 180 Grad Drehung in der Luft und landen daher rückwärts hinter der Stufe. Die restliche Bregenzer Ache ist eine leichte, aber landschaftlich reizvolle Strecke und wir alle genießen den ruhigen Ausklang der Tour und lassen die ereignisreichen Tage noch einmal Revue passieren. Dann, am Ausstieg, stoßen wir gemeinsam mit 2 Flaschen Champagner auf die erfolgreiche Zeit an und grinsen beim Gruppenfoto breit in die Kamera.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist das Pappbootrennen. Physikstudent Michele Ramazza entwirft auf die schnelle ein Kajak à la Kartonagen und Kees wagt damit die Teilnahme fürs Team TEVA beim TEVA Pappbootrennen. Die letzte Kurve auf der Bregi bis zum Ausstieg bildet dabei die Rennstrecke. Nach einem Pappbootmassenstart gewinnt das Boot, welches als erstes am einige hunderte Meter entfernten Ziel ankommt. Trotz des gemächlichen Starts im Mittelfeld gelingt es Kees, noch vor den Stromschnellen im Mittelstück am Feld vorbei zu ziehen. Er legt einen astreinen Rock-360 auf einem flachen Felsen in Strömungsmitte hin, zieht das Dosenbier aus dem eingebauten Bierhalter auf Deck und nimmt einen tiefen Schluck, während er den jubelnden Zuschauern am Ufer zuwinkt. Dann packt er sein Paddel und sprintet die letzten Meter bis zum Ziel, um seinen überlegenen Sieg nach Hause zu fahren. Wir sind völlig aus dem Häuschen. TEVA domination - nach dem Straight down Striit nun auch hier an der Bregi :o)!
Doch leider geht auch der schönste Roadtrip einmal zu Ende. Am Abend feiern wir die letzten gemeinsamen Stunden und am nächsten Morgen, der durch blauen Himmel und Sonnenschein zum krönenden Abschluss beiträgt, packen wir unsere Sachen und verabschieden uns mit langen Umarmungen. Doch auch dieser Abschied ist nur für kurze Zeit. Spätestens im September wollen wir uns alle in Holland zur Premiere des TEVA Tour Films treffen, der dann sicherlich die schönen Erinnerung dieser 10 Tage wieder in uns wachrufen wird. Ich, jedenfalls, freu mich schon darauf. Text: Seppi Strohmeier Links: tevatour, tatonka, rons blog, thilo brunner |
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