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| News - Wittelsbacher R.I.P. | |||||
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Sie war der Stolz der Münchner Kajak Szene. Weit über die Grenzen Europas bekannt. Geburtstätte radikalster Freestyle Moves. Talentschmiede einer ganzen Generation von Rodeo Paddlern. Am Mittwoch den 30. Mai 2007 hat sich das tragische Ende der wohl ehemals besten Spielstelle Deutschlands offenbart. Die Welle an der Wittelsbacher Brücke ist tot. Ruhe sie in Frieden...
Vielen Paddlern ist die Wiba, wie die Welle auf der Isar in der Münchner Kajakszene liebevoll genannt wird, erst seit wenigen Jahren ein Begriff. Doch ihre Geschichte reicht bis an die Anfänge der Freestyle Ära zurück. Surfte dort schließlich schon Mitte der 90er Jahre die damalige Avantgarde des Wildwassersports was das Zeug hält. Ende der 90er dann konnten an der Wittelsbacher durch junge aufstrebende Talente wie Günther Schuppan oder Matze Brustmann schon erste Airblunts bewundert werden. Aber auch einige Locals aus den Münchner Vereinen sorgten für regen Betrieb an der Welle.
Nach der Jahrtausendwende zeigte der Tobi Bersch hier, dass man mit dem Kajak verdammt viel Air bekommen kann. Jungs wie Jobst Hahn und Simon Strohmeier zauberten an der Wittelsbacher im hochwasserreichen Jahr 2002 die mitunter ersten Helix' in Europa. Mit den Freestyle Kajaks der neuesten Generation konnte bei guten Pegelständen jeder erdenkliche Move gefahren werden.
Aber auch die Planungen zur Renaturierung der Isar nahmen ihren Lauf. Der Versuch von Markus Gruber, die Wittelsbacher per Tube6 am Leben zu erhalten, scheiterte an Finanzierung und Bezirksausschuss. Somit war das zukünftige Ableben der Welle zugunsten einer naturnaheren Flussgestaltung besiegelt. Die Bauarbeiten im Zuge der Isarrenaturierung schritten erbarmungslos voran, zerstörten erst ein Duzend Spielwellen der Freien Isar im Abschnitt oberhalb der Tierparkbrücke und dringen mittlerweile bis zur Braunauer Eisenbahnbrücke und der Kraftwerkswalze vor. Und obwohl sich die Bauarbeiten noch ein paar hundert Meter flussauf der Wittelsbacher Brücke befinden, so offenbarte sich nun beim ersten kleinen Hochwasser seit über einem Jahr, dass die Welle inzwischen schon von uns gegangen war.
Mit großer Wahrscheinlichkeit sind, durch die Renaturierung bedingte, massive Kiesablagerungen am Flussgrund im Bereich der Welle für das dramatische Ausflachen und Verkleinern von Wellenkamm und Wellenschulter verantwortlich. Am Mittwoch Morgen lag der Pegel der Isar bei etwa 2,10m, was früher ein ordentlicher Wasserstand für satte Airmoves war. Den nach und nach eintreffenden Paddlern allerdings bot sich ein schauriger Anblick. Die kümmerlichen Überreste der einst so mächtigen Welle waren gerade noch ausreichend, um den Kajakfahrer kurz im Frontsurf zu halten. Das Aufspringen auf die Welle vom Kehrwasser aus erwies sich als völlig unmöglich. Und an die radikalen Figuren vergangener Jahre war überhaupt nicht zu denken.
So trauern wir also mit Tränen in den Augen und Wehmut im Herzen um eine liebgewonnene Freundin, eine treue Begleiterin über viele Jahre hinweg, um ein Prachtstück von Welle. In Gedanken werden wir immer bei Dir sein. Wittelsbacher, oh ruhe in Frieden! Dein Seppi
Bericht und Bilder von der letzten gescheiten Wiba Session 2006 gibts hier! Bilder: Seppi, Horst Fürsattel, Maus |
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